Programm 1. Halbjahr 2012
Dr. Kai Budde, TECHNOSEUM Mannheim
Führung durch die Landesausstellung „Unser täglich
Brot... Die Industri-alisierung der Ernährung“
Schon im 19. Jahrhundert kamen die ersten industriell erzeugten
Nahrungsmittel und Nahrungssurrogate auf. Die Konservendose
wurde bereits 1812 erfunden, sie war ein wichtiger Schritt
auf dem Weg zur Massenherstellung von Nahrungsmitteln.
Auf die zunehmende Berufstätigkeit der Frauen im 20.
Jahrhundert reagierte die Lebensmittelindustrie mit immer
neuen zeitsparenden Fertigprodukten. Heute liefert sie
komplette Menüs für zu Hause.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die industrielle Nahrungsherstellung.
Vergangene und neue Techniken der Nahrungskonservierung,
der Wandel früher teurer Nahrungsmittel zu billigen
Massenprodukten sowie unser Umgang mit Nahrungsmitteln
sind weitere Themen. Die Ausstellung reicht zeitlich von
der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart und schließt
mit einem Ausblick in die Zukunft. Sensorik und Geschmackserlebnis,
Ernährung und Gesundheit sind weitere Themen der Ausstellung.
Freitag, 20.1.2012, 16.30 Uhr, TECHNOSEUM Mannheim.
Treffpunkt: Foyer, 16.15 Uhr (Geänderte Uhrzeit!!)
Dr. Klaus Wirth, Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Sperrmüll und Haushaltsauflösung der 1. Hälfte
des 18. Jahrhunderts in Mannheim in E6
Die archäologische Denkmalpflege in den Reiss-Engelhorn-Museen
dokumentierte 2011 archäologische Reste auf dem Quadrat
E6, die bei Schachtungsarbeiten in der Bürgerhospitalkirche
entdeckt wurden. Es handelte sich dabei um Gebäudefundamente,
einen Brunnen, ein ausgedehntes Hofpflaster mit Regenwasserrinnen
sowie um eine gemauerte und tonnengewölbte Latrine
mit zwei Schuttrutschen. Die Latrine enthielt nur geringe
Mengen von Fäkalien. Der überwiegende Teil (ca.
10 Tonnen) bestand aus verschiedenen Einfüllungen
von Bauschutt, der große Mengen von zerschlagenen
Haushaltswaren enthielt. Erstmalig liegen Zeugnisse der
Glasur von Tonpfeifen des 17. Jahrhunderts vor. Die Produzenten
haben sich auf den Tonpfeifen mit Namen verewigt. Auch
liegen Reste von Brennhilfen und Lochtennen aus Keramiköfen
vor, die belegen, dass auf dem Quadrat E6 im 17. Jahrhundert
getöpfert wurde. Herausragend aber sind Porzellangefäße
aus Meißen und China sowie über 260 vollständige
und fragmentierte Briefsiegel. Letztere dokumentieren eindrücklich,
dass die ehemaligen Eigentümer dieses Haushalts, ev.
die Familie des Ullner von Dieburg, mit vielen damaligen
Nobilitäten in Korrespondenz gestanden haben. Das
Fundspektrum lässt sich in die erste Hälfte bis
kurz nach der Mitte des 18. Jahrhunderts datieren.
Dr. Klaus Wirth wird in einer Führung die neuen Fundstücke
präsentieren, die in der Qualität ihrer Zusammensetzung
nahezu einzigartig unter den archäologischen Bodenfunden
im Mannheimer Raum sind.
Freitag, 3.2.2012, 16 Uhr; Treffpunkt Mannheim D6, 3; Eingang,
15:45 Uhr
Pirmin Schäfer, Friedhöfe Mannheim
Führung über den Hauptfriedhof Mannheim
1842, vor 170 Jahren, wurde auf dem Gelände der „Sandäcker“ der
neue Hauptfriedhof jenseits des Neckars eingeweiht. Das
ursprünglich projektierte Areal von 3,2 Hektar wuchs
bis heute auf über 35 Hektar an und entwickelte sich
zu einem kulturgeschichtlichen Spiegel des 19. bis 21.
Jahrhunderts. Zahlreiche Persönlichkeiten, die eine
große Bedeutung für die Geschichte Mannheims,
aber auch Badens hatten, fanden hier ihre letzte Ruhestätte.
Im Rahmen eines Rundgangs über den Hauptfriedhof wird
Pirmin Schäfer wichtige Gräber vorstellen, von
Wolfgang Heribert von Dalberg, dem Gründer des Nationaltheaters, über
den Attentäter Ludwig Sand und sein Opfer August von
Kotzebue bis hin zum langjährigen Oberbürgermeister
Otto Beck. Ein Schwerpunkt gilt auch den zahlreichen imposanten
Grablegen der führenden Familien Mannheims, seien
es die Bassermanns oder die Giulinis, bis hin zu den Familien
Lanz oder Reiß.
Freitag, 11.5.2012, 16 Uhr, Treffpunkt: Hauptfriedhof
Mannheim, Eingangsbereich gegenüber Stadtbahn-Haltestelle „Hauptfriedhof“,
15.45 Uhr
Dr. Hanspeter Rings, Stadtarchiv Mannheim – Institut
für Stadtgeschichte
Historische Bootsfahrt durch die Mannheimer Häfen
Vor 100 Jahren galt die Mannheimer Hafenlandschaft noch
als eine der ersten Sehenswürdigkeiten der Stadt,
doch auch heute hat sie für den Besucher so einiges
zu bieten.
Gekreuzt wird mit der „MS Kurpfalz“ auf der
zweistündigen Tour durch einen der größten
Binnenhäfen Europas, auf Rhein und Neckar, im Mühlau-,
Industriehafen und Verbindungskanal. Die Teilnehmer erfahren
Interessantes und Wissenswertes über Entstehung und
Entwicklung des Hafens, historische Industriebauten, alte
Wasserläufe, aber auch über das aktuelle Hafengeschehen.
Exklusiv für die Badische Heimat wurde ein Kartenkontingent
für die Historische Bootsfahrt reserviert.
Abfahrt: Freitag, 15.6.2012, 14 Uhr
Treffpunkt: Anlegestelle der „MS Kurpfalz“ oberhalb
der Kurpfalzbrücke um 13.30 Uhr. Fahrpreis 12 €.
Karten aus unserem limitierten Kontingent erhalten Sie
im Stadtarchiv-ISG, Collini-Center, 2. OG, Sekretariat
(Zi. 227) vom 2.4. bis 27.4. 2012 während der üblichen
Geschäftszeiten
Dr. Franz Waller
Blau - Weiß – Rot: Von Bleichern und Färbern
in der Kurpfalz
Die Mannheimer Stadtfarben stehen symbolisch für die
Tätigkeiten dieser beiden Berufsgruppen. Zuerst muss
die gewebte Leinwand oder das Wolltuch in ein feines Weiß überführt
werden. Dazu besaß seit 1738 Ferdinand Deurer ein
kurpfälzisches Privileg für seine Bleichanstalt
im Nordwesten der Stadt im heutigen Handelshafen, wo in
tagelangen Prozeduren mit Laugen und Säuren die letzten
Pflanzenreste aus dem Gewebe entfernt wurden, bis es weiß erstrahlte.
Danach erst konnten die Blau- und die Schönfärber
in Aktion treten, die vor allem den blauen Farbstoff des
Indigos und Färberwaids einsetzten und das Rot der
Krappwurzel, die in der ganzen Kurpfalz angebaut wurde.
Einer von ihnen wollte seine Werkstatt unbedingt in der
Breiten Straße am Marktplatz einrichten, zwischen
der Einhorn-Apotheke und dem Palais des Grafen von Hillesheim.
Ein langjähriger Streit konnte da nicht ausbleiben
...
Mittwoch, 27.6.2012, 19 Uhr, Friedrich-Walter-Saal des
Stadtarchivs-ISG, Collinistr. 1